Lehre

LEHRE ALS ABGEORDNETE LEHRKRAFT IM HOCHSCHULDIENST

Lehrveranstaltungen Fachdidaktik Kunst
Seit 01.08.2014 lehre ich mit 8 SWS am Kunsthistorischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Im Folgenden sind die von mir konzipierten Lehrveranstaltungen im Bereich der Kunstpädagogik/Kunstdidaktik aufgeführt.

Titel der LehrveranstaltungZielgruppeUmfangSemester / Jahr
Einführung in die Kunstdidaktik: Grundlagen Aspekte der Kunstdidaktik1-Fach-Master_Kunst-Profil LehramtSeminar, 2 SWSkunstZFD-01a
WiSe 2019
Einführung in die Kunstdidaktik: Grundlagen. Praktische Übung1-Fach-Master_Kunst-Profil LehramtÜbung, 2 SWSkunstZFD-01a
WiSe 2019
Fachdidaktische Vorbereitung des MasterpraktikumsM.Ed. Kunst, Profil Lehramt an Gymnasien und Gemeinschafts- schulenSeminar, 2 SWSPHF-kuns-FD4
WiSe 2019_2019;
WiSe 2019_2020
Pecha Kucha: Präsentieren üben (extracurricular)B.A. und M.Ed.
Kunst, Profil Lehramt an Gymnasien und Gemeinschafts- schulen; Studierende der Kunstgeschichte
Übung, 1 SWSWiSe 2019_2020
Körper | Kunst – Augmented Reality im KunstunterrichtKunst, Profil Lehramt an Gymnasien und Gemeinschafts- schulenSeminar, 2SWSSoSe 2019
Kunst/Geschichte/ Didaktik. Abschluss- kolloquium Lehramt KunstM.Ed.
Kunst, Profil Lehramt an Gymnasien und Gemeinschafts- schulen
Kolloquium, 4 SWSSoSe 2019
Bilder in sozialen Medien. Seminar zur Vorlesung: Medien in der BildungM.Ed. Profil Lehramt an Gymnasien und Gemeinschafts- schulenSeminar, 2 SWS
fachübergreifend mit Medienpädagogik
WiSe 2019_2020
documenta 14B.A. und M.Ed.
Kunst, Profil Lehramt an Gymnasien und Gemeinschafts- schulen; Studierende der Kunstgeschichte
Exkursion (2 Tage) + vorbereitende SitzungSoSe 2017
Durchgängige Sprachbildung im Fach KunstB.A. und M.Ed.
Kunst, Profil Lehramt an Gymnasien und Gemeinschafts- schulen
WorkshopWiSe 2016_17; WiSe 2017_18
Grundlagen fachbezogenen Lehrens und Lernens3./4. Semester, B.A. Kunst, Profil Lehramt an Gymnasien und Gemeinschafts- schulenSeminar, 2 SWSPHF-kuns-FD1: SoSe 2016; WiSe 2016_17; WiSe 2017_18
Ausstellungs- konzeption-Ausstellungs- szenografie: Lübeck – Hamburg – HamburgB.A. und M.Ed.
Kunst, Profil Lehramt an Gymnasien und Gemeinschafts- schulen; Studierende der Kunstgeschichte
Exkursion (3 Tage)SoSe 2016
Architektur + SchuleB.A. und M.Ed.
Kunst, Profil Lehramt an Gymnasien und Gemeinschafts- schulen
Seminar, 2 SWSWiSe 2015_16
Zur Vermittlung des Performativen im KunstunterrichtB.A. und M.Ed.
Kunst, Profil Lehramt an Gymnasien und Gemeinschafts- schulen
Seminar, 2 SWSSoSe 2015
Fachdidaktisches Urteilen und Forschen sowie Weiter-entwicklung von Unterrichtspraxis im Fach Kunst II (Praxis)3./4. Semester M.Ed. Kunst, Profil Lehramt an Gymnasien und Gemeinschafts- schulenSeminar, 2 SWSPHS-kuns-FD3:
WiSe 2014_15; 2015_16; 2016_17; SoSe 2015; 2016
Fachdidaktisches Urteilen und Forschen sowie Weiterentwicklung von Unterrichtspraxis im Fach Kunst I (Vertiefung)3./4. Semester M.Ed. Kunst, Profil Lehramt an Gymnasien und Gemeinschafts- schulenSeminar, 2 SWSPHS-kuns-FD3:
WiSe 2014_15
Planung, Durchführung und Analyse im Fach Kunst3./4. Semester, B.A. Kunst, Profil Lehramt an Gymnasien und Gemeinschafts- schulenSeminar, 2 SWSPHF-kuns-FD2:
WiSe 2014_15; SoSe 2015; WiSe 2015_16; SoSe 2016; WiSe 2016_17, WiSe 2017_18

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Darstellung ausgewählter Lehr-Lern-Innovationen und ihre Begründung

Kunstdidaktik [neu] verorten: Universität und Schule als Orte qualitativ-empirischer Forschung. Formen ästhetischer Auseinandersetzung werden unter Einbezug zeitgemäßer Medien evaluiert und auf ihre Wirksamkeit hin untersucht.
Das Vorhaben wurde als Best Practice-Beispiel für innovative Lehre vom Perle-Fonds für Lehrinnovation an der Christian-Albrechts-Universität gefördert.  Leitung: Martina Ide

Informationen:
http://www.einfachgutelehre.uni-kiel.de/perle-fondsgefoerderte-projekte-2015/

Relevanz des Vorhabens für die Lehre

Das Projekt Kunstdidaktik neu verorten greift die Idee der bereits vorhandenen Praxisphase im Lehramtsstudium auf, entwickelt diese aber innovativ weiter. Es bietet Studierenden bereits zu einem frühen Zeitpunkt innerhalb des Studiums im Fach Kunst (BA) die Möglichkeit, erworbenes Theoriewissen unmittelbar und direkt in Unterrichtsszenarien zu transferieren und zu reflektieren. Ziel ist, dass das Konzept die Synergien aus fachlicher und didaktischer Beratung sowie studentischer Einflussnahme nutzt, und so der Forderung nach der Verschränkung von Theorie und Praxis nachkommt. Erleben und Reflektieren von Unterrichtserfahrungen finden wechselseitig in Schule und Universität unter professioneller Anleitung statt, so dass ein reflexives Erfahrungslernen gefördert werden kann. Studierende können fachliches Wissen, künstlerisch-praktisches Handeln und konzeptuelles Planen und Vermitteln in thematischen Zusammenhängen planen, erproben und evaluieren. Fragen zur Planung von Unterricht sind eng mit Modellen und Theorien verzahnt, die auf diese Weise kritisch reflektiert werden können. Vor diesem Hintergrund entwickeln Studierende geeignete Diagnoseinstrumente zur Beobachtung und Beurteilung von Unterricht (Fremdbeobachtung; Selbstbeobachtung) und erfahren und reflektieren die Wirksamkeit ihres Handelns. Studierende sind aktiver Teil aller Prozessbausteine des Projektes, sie entwerfen, gestalten, modifizieren und realisieren die Konzeption für das Unterrichts-vorhaben. Dabei initiiert das Projekt den kompetenten Umgang mit wissenschaftlichen Forschungsmethoden, so dass in Anbindung an das eigene Projektvorhaben verstanden werden kann, wie das Bedingungsgefüge von Unterricht differenziert zu betrachten und die ästhetische Auseinandersetzung auf ihre Wirksamkeit hin wissenschaftlich zu untersuchen ist.

Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage, inwiefern die didaktischen Implikationen der Software HyperVid (Interaktion, vernetztes Denken, Kollaboration und Motivation, entwickelt am Institut für Multimediale und Interaktive Systeme der Universität zu Lübeck) – als jugendnahes Medium innerhalb des Lernprozesses – Formen der Wahrnehmung und ästhetischen Reflexion im Rahmen von (Kunst-) Unterricht beeinflussen. Die Möglichkeiten der netzartigen, non-linearen Struktur des Hypervideos erlaubt es im Gegensatz zu Videos, die sich in der Komposition am Film orientieren, Informationen in ihren Wechselwirkungen zueinander und in vernetzen Zusammenhängen zu betrachten. Das klassische Kompositions-prinzip von Anfang, Mitte und Schluss wird aufgebrochen zugunsten einer interaktiven Rezeptionsform. Im Fokus steht das Video, ein vom Film abstammendes zeitbasiertes Multimedium, das sowohl Sound und bewegtes Bild als auch Text- und Bildsprache mittels elektronischer Aufzeichnung in sich vereinen kann. Studierende erwerben so bereits durch eine Verankerung und Erprobung im universitären Ausbildungskontext Kenntnisse über Bedeutungsebenen der Vernetzung und Dekonstruktion in multilineare, flexible und veränderbare Perspektiven sowie den Einfluss der antizipierten Co-Autorenschaft des Rezipienten auf die Gestaltung und Verlinkung der Videos (Ko-Konstruktion, interaktive Rezeptionsform.

Bild und Sprache – Sprache und Bild

Das Vorhaben wird im Wintersemester 2017/18 als Best Practice-Beispiel für innovative Lehre vom Perle-Fonds für Lehrinnovation an der Christian-Albrechts-Universität gefördert. 

Repräsentation, Interpretation und Aneignung von Welt erfolgen mittels Bild und Sprache. Was kann das Bild, was die Sprache für den Prozess des Verstehens leisten? Wie erschließen wir Bilder durch Sprache? Ist das Verstehen von Bildern an Sprache gebunden? Was wissen wir über die Mechanismen der Bildrezeption? Wie ist das Verhältnis von Bild-Text und Text-Bild beschaffen? Welche Funktionen haben Sprache, Begriffe und ihre Bedeutung für das Wahrnehmen? Das Verhältnis von Bild und Sprache ist komplex. Beide Codes sind eigenständig und doch verweisen sie aufeinander, bedingen einander.

In einer fächerverbindenden Lehr-Lern-Innovation zwischen den Fächern Kunst, Kunstgeschichte und Deutsch soll den Bedingungen des Zusammenwirkens von Bild und Sprache nachgegangen und das Wechselverhältnis zwischen den Medien Bild und Sprache im fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Kontext ausgelotet werden. Aus den Perspektiven der Fächer heraus werden die Vielfalt der Beziehungen zwischen Bild und Sprache – Sprache und Bild untersucht, um diese anschließend in Teams interdisziplinär zu erweitern: aus Sicht der Fachdidaktik Kunst (Kunsthistorisches Institut), der germanistischen Linguistik und Didaktik der deutschen Sprache (Germanistisches Seminar) sowie der Kunstgeschichte (Kunsthistorisches Institut) und der fachinte-grierten Sprachbildung (Germanistisches Seminar).

Die Lehrveranstaltungen sind parallel konzipiert, darüber hinaus erfolgt die Vernetzung der Studierenden über aufeinander bezogene Aufgabenstellungen zur Bild-Sprache-Beziehung, die im Tandem-Lehrveranstaltungs-format zwischen den Fachdisziplinen durchgeführt werden. Hier wird den Studierenden in besonderer Weise Raum gegeben, die Relevanz der Thematik auch in ihrer wissenschaftsgeschichtlichen Dimension zu erkennen und sich diese terminologisch und theoretisch zu erschließen. Ergänzt wird das interdisziplinäre Arbeiten durch Fachvorträge und Workshops externer Referentinnen und Referenten. Den Abschluss des Lehr-Lern-Experiments stellt ein gemeinsamer Studientag dar, der am 26.01.2018 stattfinden wird (9:30 – 16:00 Uhr). Die interessierte Öffentlichkeit ist dort herzlich willkommen! Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kurse werden ihre Ergebnisse als Poster-Präsentationen einem Expertenteam vorstellen und diskutieren können. Diese Konferenz wird auf einer Werkstattsitzung vorbereitet, in der die Teams die Möglichkeit erhalten, die Visualisierungen ihrer Ergebnisse unter fachkundiger Anleitung aufzubereiten.

Das Lehr-Lern-Konzept soll abschließend evaluiert und in einer Publikation unter Einbezug aller Beteiligten veröffentlicht werden.

Projektleitung: Martina Ide, OStR’ i.H.
Beteiligte Lehrende der CAU sind: Dr. Tobias Heinz, Prof. Dr. Jörg Kilian, Jun.-Prof. Dr. Inger Petersen, StR’ i.H. Friederike Rückert, Dr. Susanne Schwertfeger

Eye-Tracking: Unvorbereitetes und vorbereitetes Sehen

Forschungsorientierte Blockveranstaltung zur Förderung von Bildkompetenz im Kunstunterricht.
Eine phasenübergreifende Veranstaltung zwischen Studierenden des Lehramtes Kunst und Lehrkräften in Ausbildung des Faches Kunst

Konzeption und Leitung: Martina Ide

Wir wissen wenig darüber, wie Kinder oder Jugendliche mit Bildern umgehen. Deshalb hat die Kunstpädagogik hat ein großes Interesse daran, wie Bilder wahrgenommen werden, um daraus ggf. neue Erkenntnisse für den Vermittlungsprozess von Kunst im schulischen Kontext abzuleiten.

Unter Einbezug der Methode des Eye-Tracking soll dieser Frage nachgegangen werden. Das Verfahren ermöglicht, die Blickbewegungen zu registrieren, so dass Bildzonen ermittelt werden können, die ein Betrachter besonders interessant findet. Eine Art „Laborsituation“ soll Aufschluss geben über das Wahrnehmungsverhalten von Studierenden und Schülerinnen bei der Betrachtung von bis dato unbekannten Kunstwerken.

Die Veranstaltung gliedert sich in zwei Teile. In einem ersten Zugang werden die Blickbewegungen von Studierenden des Lehramtes Kunst auf verschiedene Bilder getrackt und die Ergebnisse ausgewertet. Zusätzlich werden die Bildwahrnehmungen durch Fragen ergänzt (Fragebogen). In einem nächsten Schritt sollen 4-6 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasiums aus Lübeck ebenfalls am Eye-Tracking Verfahren teilnehmen. Auch die Bildwahrnehmung der Schüler*innen wird durch Fragen erweitert (Fragebogen). Abschließend werden die Erfahrungen der beiden Gruppen miteinander vergleichend bewertet.

Die Ergebnisse werden dazu genutzt, um Rückschlüsse für eine veränderte didaktische Vermittlung von Bildern zu gewinnen. Erste didaktische Ansätze sollen von den Studierenden direkt im Anschluss an die Erfahrung formuliert und mit den Schüler*innen erprobt werden.

Das Seminar wurde mit freundlicher Genehmigung der Nutzung des Eye-Tracking-Labors am Institut für Multimediale und Interaktive Systeme der Universität zu Lübeck in der Zeit vom 1. Juni – 2. Juni 2017 durch-geführt.

TAGUNGEN

Tiefgreifende mediale Umbrüche haben seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert den kulturellen Umgang mit Bildlichkeit und Kunst erheblich verändert. Eine Kunstpädagogik des 21. Jahrhunderts muss sich hierzu verhalten und durch ihre Entwürfe von Kunstdidaktik darauf reagieren.

Zur Stärkung des fachlichen Austausches mit Kolleginnen und Kollegen der Kunstpädagogik fand 2015 ein Studientag zur Thematik: Aktuelle Positionen der Kunstpädagogik statt. (15. Juni 2015), der von mir und Kolleginnen der Fachdidaktik konzipiert wurde. Zu meinen Tätigkeiten gehörte die Koordination der Tagung, Plakatgestaltung sowie federführend redaktionelle Arbeit an der Buchpublikation zum Studientag.
Der vorliegende Band (Aktuelle Positionen der Kunstdidaktik, hg. von Martina Ide, Christine Korte-Beuckers, Friederike Rückert, München 2016) versammelt zehn Beiträge, die Positionen und Aspekte der Kunstdidaktik aus unterschiedlichen Perspektiven thematisieren, um zu einer medien- und zeitgemäßen Kunstdidaktik anzuregen. Er enthält Beiträge von Hubert Sowa, Friederike Rückert, Roland Meinel, Christine Korte-Beuckers,  Martina  Ide,  Ingrid  Höpel,  Sara  Burkhardt,  Axel  Buether,  Franz  Billmayer und Klaus Gereon Beuckers.

Die Bedeutung der Medien für eine zeitgemäße Kunstdidaktik ist meinem Tagungsbeitrag dargelegt:

Ide, M. (2016): Das Medium prägt die Wahrnehmung, in: Aktuelle Positionen der Kunstdidaktik, hg. von Martina Ide, Christine Korte-Beuckers, Friederike Rückert, München, S. 89–105.

Bericht über den Studientag: BDK Mitteilungen des Fachverband für Kunstpädagogik. 3, 2015, S. 34-35.

KONZEPTION UND ORGANISATION VON VORTRÄGEN UND WORKSHOPS

Qualitativ empirisches Forschen in der Kunstpädagogik
Vortrag und Diskussion mit Dr. Jörg Grütjen, 9.11.2015

Was heißt es, qualitativ empirisch zu forschen? Die Leistungen und auch Schwierigkeiten qualitativer Methoden werden deutlich, wenn man sie zur Veranschaulichung Merkmalen quantitativer Ansätze gegenüberstellt. Wichtig ist auch, Forschungs- und Beobachtungs-methoden hinsichtlich spezifisch kunstpädagogischer Relevanz kennenzulernen: Denn die Wahl empirischer Forschungsmethoden sollte dem jeweiligen Gegenstand, also etwa Kunstunterricht in der Schule, angemessenen sein. Und: Welche Untersuchungsschritte sind schon bei der Planung zu bedenken, so dass Beobachtende auch neue oder bisher kaum beachtete Phänomene entdecken? Worauf ist etwa bei narrativen Interviews, teilnehmenden Beobachtungen, Fotoanalysen zu achten? Welche Forschungsbeispiele aus der Kunst-pädagogik könnten als aktuell relevant bezeichnet werden?

Kulturelle Nachhaltigkeit. Kultur, Kunst und Kunstpädagogik als Mittel oder Zweck von Nachhaltigkeit
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Ulrich Heinen (Bergische Universität Wuppertal), 8.11.2016

Die Veranstaltung des Kompetenzzentrums für Kunstpädagogik am Kunsthistorischen Institut fand in Kooperation mit PerLe – Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, statt. Der Vortrag ist der Auftakt einer Diskussionsreihe zu zentralen Themen des Faches Kunst und ihrer Didaktik und möchte als neues Format Impulse in der Qualitätsentwicklung der Lehre anregen.

Das Thema „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ hat die Kunstpädagogik erreicht. Von der ästhe­tischen Bildung über Kreativität, persönlichen Ausdruck, Selbstverwirklichung und Partizipation bis zum Anspruch auf individuell begründete Gesellschafts- und Weltgestaltung stehen we­sent­li­che Para­digmen der Kunstpädagogik damit ebenso auf den Prüfstand wie der Aufwand zur Bewahrung und Pflege des sogenannten kulturellen Erbes. Mit der Entglobalisierungsstrategie der Arts and Crafts-Bewegung, aber auch etwa mit der Einführung von Schülerinnen und Schülern in die kulturalistisch idealisierten Kreisläufe der Natur in der musischen Bildung oder mit den öko­lo­gistischen Ästhe­tiken und Ideologien von Künstlern und Kunstpädagogen wie Hugo Kükelhaus, Joseph Beuys oder Gert Selle haben Kunst und Kunstpädagogik seit langem eigene Begriffe von Nachhaltigkeit ent­wickelt. In der soziologisch begründeten Kulturwissenschaft steht der Kunst­pädagogik darin sogar eine Bezugswissenschaft fachlich zur Seite, die sich mit Blick auf Kultur und Kulturen der Erfor­­schung der Stabilität und Regenerationsfähigkeit sozialer Systeme widmet und so auch alle Fragen der Nach­haltigkeit in die Frage nach gesellschaftlichen Werten inkludiert.

Gehen solche fachlich begründeten Konzepte aus dem Feld von Kultur, Kunst und Kunstpädagogik in der Forderung nach Bildung für nachhaltige Entwicklung auf? Kann Kunstunterricht im Diskurs um Bildung für nachhaltige Entwicklung seine Eigenständigkeit möglicherweise bewahren, wenn Praxis und Rezeption von Kunst stets auch als Beitrag zur Stabilisierung und Regeneration der Gesellschaft reflektiert werden? Und wo bleibt im Anforderungsgeflecht von ökologischer, öko­no­mischer und kul­tureller Nachhaltigkeit der Ort der zivilisatorischen Kritik? Was können Kunst­geschichte und Kunst­pädagogik als wichtige Regulative in den bisher ökologisch und ökonomisch bestimmten Nach­hal­tig­keits­diskurs einbringen?

Durchgängige Sprachbildung für das Fach Kunst
Ein Workshop am Kompetenzzentrum für Kunstpädagogik, offen für alle BA- und MA-Studierende des Faches Kunst, Profil Lehramt und Lehrkräfte in Ausbildung, 09.12.2016
Leitung: Martina Ide, Friederike Rückert, Jun.-Prof. Dr. Inger Petersen

Die Vermittlung schul- und bildungsrelevanter sprachlicher Fähigkeiten wird in den Bildungsplänen der einzelnen Bundesländer als Aufgabe aller Fächer benannt. Was bedeutet aberDurchgängige Sprachbildung für das Fach Kunst?

Gemeinsam mit Frau Jun.-Prof. Dr. Inger Petersen wird diese Frage in einem Workshop des Kompetenzzentrums für Kunstpädagogik bearbeitet. Nachdem zunächst der Begriff der Durchgängigen Sprachbildung in seiner Bedeutung bestimmt wird, werden Konkretisierungen für den Kunstunterricht vorgestellt und diskutiert.

Das Format des Workshops wird am 01.12.2017 wiederholt, gemeinsam mit Dr. Diana Maak (Vertretungsprofessorin für JProf. Dr. Inger Petersen.)

Mitarbeit am Workshop zum Thema „Kunst vermitteln?“

Die „Kulturelle Bildung“ erlebt derzeit einen Aufschwung und wird von vielen Seiten gefördert: Kulturvermittler werden ausgebildet, Museen verfügen über zahlreiche Angebote im Bereich der Vermittlung, die auf verschiedenste Altersgruppen zugeschnitten sind. Somit ist die Schule ein Ort von vielen, an denen Kunst vermittelt wird.
Das im Jahr 2016 gegründete ‚Kompetenzzentrum für Kunstpädagogik‘ an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel versteht sich als Plattform, auf der verschiedene, aktuelle Ansätze der Kunstvermittlung vorgestellt und diskutiert werden können. Kunstpädagogik schließt hier ausdrücklich die Museumspädagogik, die Kunstdidaktik und sonstige Formen der Vermittlung von Kunst mit all ihren unterschiedlichen Adressatengruppen ein. Da die im Diskurs verwendeten Begrifflichkeiten wie „Ästhetische Bildung“ oder „Kulturelle Bildung“ vieles beinhalten können, fand am 27.03.2017 mit Vertreterinnen und Vertretern der Kulturellen Bildung in Kiel ein Austausch darüber statt, was der Kern von Kunstvermittlung ist oder sein kann.